Aufruf von Adolf Hitler vom 26.02.1925, Aufruf an die ehemaligen Angehörigen der National­sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei!

Vorgeschichte & Ursachen

Siehe Hitlerputsch.

Siehe Neugründung der NSDAP.

Aufruf von Adolf Hitler vom 26.02.1925, Aufruf an die ehemaligen Angehörigen der National­sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei!

Am 26. Februar 1925 veröffentlichte der Völkische Beobachter einen Aufruf von Adolf Hitler, in welchem dieser seine Parteimitglieder dazu aufruft die NSDAP wiederzubeleben.

Text des Aufrufs:[1]Hitler, Adolf: Aufruf an die ehemaligen Angehörigen der National­sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei!, 1925, in: Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.), Hitler, Adolf. Reden, Schriften, … Weiterlesen

Nationalsozialisten! Parteigenossen und Parteigenossinnen!

Mehr als ein Jahr ist verflossen seit dem Tage, der die Auflösung unserer jungen, herrli­chen Bewegung brachte.

Ein Jahr bitterer Kämpfe und bitterer Verfolgungen, das viele der treuesten Anhän­ger und Verkünder unserer Ideen hinter Festungs- und Gefängnismauern verbannte;

ein Jahr, in dem man versuchte, die alte organisatorische Form bis zum letzten Rest auszutilgen; ein Jahr, wo die Gegner mit allen Mitteln niedrigster Lüge und Verleum­dung, mit Terror und Heuchelei gegen den ihnen unbequemen Mahner des deutschen Gewissens ins Felde zogen; ein Jahr, in dem sich Todfeinde die Hände reichten und zu Freunden wurden auf dem gemeinsamen Marsche zur Ausrottung unserer Bewegung.

Mancher und manche von Euch mochten wohl mehr als einmal verzagt haben ange­sichts der Flutwelle, die immer wieder gegen uns vorgetrieben wurde.

Und viele unserer Gegner, Juden und Verführte, jubelten und jubeln heute noch über das vermeintliche Ende der ihnen verhaßten Freiheitsbewegung unseres Volkes.

Und dennoch:

Ihr Triumph soll und muß zuschanden werden!

Die Bewegung ist wieder frei!

An Euch, alte Anhänger und Anhängerinnen der Nationalsoz[ialistischen] Deutschen Arbeiter-Partei, ist es nun gelegen, dem Freunde und Feinde zu zeigen, daß man einst nur die Form zerbrechen konnte, der Geist jedoch unter all den Verfolgungen und Schmähungen am Leben blieb.

Alte Nationalsozialisten, Männer und Frauen unserer Bewegung!

Als Euer einstiger Führer rufe ich mit dem heutigen Tage die Partei, die wir in 4 1/2 Jah­ren aus dem Nichts zu einer großen deutschen Nationalbewegung emporsteigen sahen, aufs neue ins Leben.

Sie soll wiedererstehen als schärfste Waffe im Kampfe unseres Volkes um seinen Be­ stand im Innern und seine Freiheit nach außen.

Sie soll in einer Zeit, da die Menge, eingelullt von den Versprechungen ihrer politi­schen Führer, betört von den Zusicherungen ihrer Feinde, sich schon wieder in dem süßen Glauben wiegt, das höchste Gut auf dieser Welt – die Möglichkeit und Freiheit des eigenen Bestehens – “geschenkt” zu erhalten, als unbarmherzige Weckerin diese trü­gerischen Träume verjagen und, unbekümmert um Mißgunst oder Haß, die brutale Ver­künderin der grausamen Wahrheit sein;

sie soll wieder wie schon einst, den Kampf ansagen einem Zeitalter, das im Tanz ums goldene Kalb die Huldigung seines einzigen Gottes sieht, einem Volke, das in Klassen­wahn und Standesdünkel zerrissen, sich selbst zerfleischt und unbewußt dadurch zum Sklaven seiner Feinde wird.

In einem Morast von Lüge, Dummheit und Feigheit soll die alte Flagge, das Siegeszei­chen unseres Hakenkreuzes, wieder emporreißen [sic!], auf daß es, so wie einst das Kreuzeszeichen des Herrn zum Symbol unseres Glaubens wurde, zum Siegesbanner der größten Hoffnung wird, die wir alle hegen, der Freiheit unseres Volkes und Vaterlandes.

In dieser Stunde wollen wir nicht nur erneut derjenigen gedenken, die in den Tagen des Novembers 1923 durch ihren Märtyrertod zu Blutzeugen unseres politischen Glau­bens und Wollens wurden, sondern auch allen denen danken, die in diesem letzten Jahre an der Bewegung und ihrem Inhalte nicht verzweifelten, sondern in ihrem Dienste sich bemühten, ganz gleich in welches Lager das Herz sie zog.

Gedenken wollen wir vor allem aber des einen Mannes, der nichts zu gewinnen, je­doch den Ruhm des unvergänglichen Führers der deutschen Heldenarmeen im größten Kriege der Erde zu verlieren hatte, und sich dennoch zum schweren Opfer entschloß, seinen Namen und seine Tatkraft der führerlosen Bewegung zu schenken:

In General Ludendorff wird die Nationalsozialistische Bewegung für immer den treuesten und uneigennützigsten Freund verehren. Was die Bewegung an ihn ketten wird, ist nicht die Erinnerung an geschenkte Freundschaft im Glück, sondern bewahrte Treue in Verfol­gung und Elend.

Meine Aufgabe als Führer der Bewegung aber soll es nicht sein, nach den Gründen eines bisherigen Streites zu forschen oder Rechte zu messen, als vielmehr die Bewegung zur einheitlichen Waffe zu formen, ohne Rücksicht auf Interessen einzelner. So werde ich bei den wiedereintretenden Parteigenossen nicht nach der Vergangenheit fragen, sondern nur besorgt sein, daß in der Zukunft die Vergangenheit sich nicht wiederhole.

Von den Anhängern verlange ich, daß sie, soferne sie in die neue Bewegung einzutreten gewillt sind, sich nunmehr wieder als Brüder einer großen Kampfgemeinschaft fühlen und Schulter an Schulter wie einst in Treue zusammenstehen.

Von den Führern jedoch erwarte ich, daß sie, soweit sie aus dem alten Lager stammen, mir den gleichen Gehorsam schenken wie wir alle der gemeinsamen Idee.

Wer Vergangenes nicht vergessen kann, ist nicht wert, einer besseren Zukunft zu dienen.

Ich selber aber verspreche den Parteigenossen und -genossinnen in einem Jahre Re­chenschaft darüber abzulegen, ob die Partei wieder zur Bewegung wurde, oder die Be­wegung als Partei erstickte.

Ich werde die Verantwortung in beiden Fällen übernehmen.

Es lebe die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter-Partei!

Es lebe unser Deutsches Vaterland!

München, den 26. Februar 1925

Adolf Hitler

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Quellenangaben

Quellenangaben
1 Hitler, Adolf: Aufruf an die ehemaligen Angehörigen der National­sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei!, 1925, in: Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.), Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. Saur Verlag GmbH & Co. KG 1992, S. 4-6.

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