Artikel von Adolf Hitler vom 26.02.1925, Zum Wiedererstehen unserer Bewegung!

Vorgeschichte & Ursachen

Siehe Hitlerputsch.

Siehe Neugründung der NSDAP.

Artikel von Adolf Hitler vom 26.02.1925, Zum Wiedererstehen unserer Bewegung!

Am 26. Februar 1925 veröffentlichte der Völkische Beobachter einen Artikel von Adolf Hitler, in welchem dieser die Neugründung der NSDAP verkündigt und ihre zukünftige politische Neuausrichtung beschreibt.

Text des Artikels:[1]Hitler, Adolf: Zum Wiedererstehen unserer Bewegung!, 1925, in: Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.), Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. … Weiterlesen

Am 24. Februar 1920 trat die damalige “Deutsche Arbeiterpartei” zum ersten Male in einer großen Massenversammlung an die breite Öffentlichkeit. Es war dies ein Wagnis zu einer Zeit und in einer Stadt, in der seit Eisner kaum eine öffentliche Kundgebung nationaler Art stattfinden konnte, ohne schon zu Beginn von roten Sprengtruppen ge­stört und auseinandergejagt zu werden. Ein großes Wagnis aber besonders deshalb, weil man weder die Partei noch die Namen ihrer Begründer in weiteren Kreisen kannte.

Die größten “bürgerlichen” Versammlungen zählten im Jahre [19]19 und [19]20 nur wenige hundert Zuhörer. Wie konnte man unter solchen Verhältnissen hoffen, daß dem Versuch der jungen, unbedeutenden Bewegung ein besseres Gelingen beschieden sein würde?

Am Abend dieses für die nationalsozialistische Bewegung denkwürdigen Tages war der Münchner Hofbräuhaussaal überfüllt, und aus der zweifelhaften Versammlung wurde (nach dem Zusammenbruch aller Sprengversuche) eine machtvolle Kundgebung unserer nationalen Massenbewegung. Was bisher nur den Roten gelungen war, gelang damit zum ersten Male einer nationalen Partei.

Fünf Jahre sind seit diesem Ereignis vergangen. Aus der damaligen kleinen Partei ist eine große Bewegung geworden, deren Namen die ganze Welt kennt. Nun tritt sie in diesen Tagen wieder nach mehr als einjährigem Schweigen in einer großen Kundgebung an die breite Öffentlichkeit.

So wie vor fünf Jahren sehe ich mich heute gezwungen, damit wieder von vorne zu beginnen, obwohl ich die Überzeugung hege, daß das Werk diesmal leichter gelingen wird. Mitte Juni 1924 habe ich die Führung der nationalsoz[ialistischen] Bewegung nie­dergelegt. Es war mir nicht möglich, aus der Festung heraus eine praktische Ver­antwortung übernehmen zu können für die Leitung einer großen Partei, in einer Zeit, da schwere Entscheidungen dauernd getroffen werden mußten.

Nun nach 9 Monaten übernehme ich die Neubegründung und Führung der einst auf­ gelösten Nationalsoz[ialistischen] Deutschen Arbeiterpartei, nicht um nachträglich Kri­tik an irgendwelchen Ereignissen, Entschlüssen oder Maßnahmen zu üben. Ich bin nicht gewillt, auch nur rückblickend mich mit dem Streit im völkischen Lager zu beschäftigen, sondern fühle mich berufen und verantwortlich dafür zu sorgen, daß aus den Fehlern der Vergangenheit die Zukunft lernen möge.

Ich sehe es nicht als die Aufgabe eines politischen Führers an, Versuche zu unter­ nehmen zur Besserung oder gar Vereinheitlichung des vor ihm liegenden Menschenma­terials an sich. Die Temperamente, Charaktere und Fähigkeiten der einzelnen Men­schen sind so verschieden, daß es nicht möglich ist, eine größere Menge vollständig gleichmäßig und einheitlich gebildeter Wesen zu einer Einheit zusammenzuschließen. Es ist auch weiter nicht die Aufgabe des politischen Führers, durch eine “Erziehung” zur Einheit diese Mängel etwa ausgleichen zu wollen. Jeder solche Versuch muß zum Mißerfolg verdammt bleiben. Die menschlichen Naturen sind gegebene, tatsächliche Erscheinungen, die sich nicht im einzelnen verändern lassen, sondern nur in jahrhunder­telangem Entwicklungsprozeß sich umzuformen vermögen. Im allgemeinen bleiben aber selbst dazu Veränderungen der rassischen Grundelemente die Voraussetzung.

Würde ein politischer Führer also auf diesem Wege versuchen, seine Ziele zu errei­chen, so müßte er mit Ewigkeiten rechnen können, statt mit Jahren oder höchstens Jahrzehnten. So kann seine Aufgabe nur darin liegen, bei den verschiedenen Menschen nach langem Suchen immer die Seiten zu finden, die, aneinandergefügt, ergänzend eine Einheit bilden.

Er wird nicht damit rechnen dürfen, ideale “Universalmenschen” seiner Bewegung zu­ führen zu können, sondern Menschenkinder der verschiedensten Veranlagung, die nur in ihrer Gesamtheit (sich im einzelnen aneinanderpassend) ein harmonisches Gebilde zu ergeben vermögen. Weicht ein politischer Führer von dieser Erkenntnis ab und will er stattdessen nur Menschen suchen, die seiner Vorstellung in idealer Weise ent­sprechen, so wird er nicht nur bei seinen Plänen Schiffbruch [er]leiden, sondern in kur­zer Zeit statt einer Organisation ein Chaos übriglassen. Was er dann als Schuld dem einzelnen seiner Anhänger oder Unterführer zumißt, ist in Wahrheit nur der Mangel seiner eigenen Erkenntnis und Fähigkeit.

Wenn ich heute versuche, die alte N.S.D.A.P. wieder aufs neue ins Leben zu rufen, so kann ich schon aus diesem Grunde Bindungen, die in vergangenen Ereignissen liegen würden, nicht anerkennen. Ich bin nicht gewillt, mir Bedingungen vorschreiben zu las­sen, deren Erfüllung nur die Übernahme des oben geschilderten Mangels an psycholo­gischer Erkenntnis und Fähigkeit wäre.

Die leitende Richtlinie beim Neuaufbau der Bewegung kann für mich nicht in der Vergangenheit liegen. Ich kann sie mir vor allem nicht vorschreiben lassen von An­schauungen, die meiner innersten Überzeugung nach nicht nur falsch sind, sondern die in ihrer konsequenten Durchführung zum vollständigen Auseinanderfließen der Bewe­gung führen müßten.

So werde ich meine Aufgabe gerade darin sehen, den verschiedensten Temperamen­ ten, Fähigkeiten und auch Charaktereigenschaften in der Bewegung die Bahn zuzuwei­ sen, in der sie sich, gegenseitig ergänzend, zum Nutzen aller auszuwirken vermögen.

Der Kampf der Bewegung soll in der Zukunft wieder in jener Form stattfinden, wie sie uns einst bei ihrer Begründung vor Augen schwebte. Sie soll mit gesammelter und vereinigter Kraft gegen die Macht angesetzt werden, der wir in erster Linie den Zusammenbruch unseres Vaterlandes und die Zerstörung unseres Volkstums zu verdanken haben. Dies bedeutet nicht eine “Veränderung” oder “Verschiebung”, sondern nur die Beibehaltung unseres alten und ersten Kampfzieles.

Ich muß mich an dieser Stelle besonders gegen den Versuch wenden, religiöse Streitigkeiten in die Bewegung hineinzerren zu wollen, ja, die Bewegung damit gleichzustel­len. Ich habe mich immer gegen die Sammelbezeichnung “Völkisch” gewehrt, weil die außerordentlich unbestimmte Auslegung dieses Begriffes selbst schädlichen Versuchen Tür und Tor öffnet. Die Bewegung hat deshalb auch früher mehr Wert auf ihr klar umrissenes Programm gelegt, sowie auf die bei ihr eingeführte einheitliche Tendenz ihres Kampfes, als auf einen zu mehr oder minder phrasenhaften Auslegungen geeigne­ten, nicht klar definierbaren Begriff.

Wenn heute von verschiedenen Seiten der Versuch unternommen wird, die völkische Bewegung zum Kampf in religiösen Belangen anzusetzen, so sehe ich darin den Beginn ihres Endes.

Religiöse Reformationen können nicht von politischen Kindern gemacht werden. Um etwas anderes handelt es sich bei diesen Herrschaften nur sehr selten.

Ich bin mir vollständig klar über die Möglichkeit des Beginnes eines solchen Kampfes, aber ich bezweifle, ob die darin sich betätigenden Herren sich auch klar über das wahrscheinliche Ende sind. Es wird jedenfalls meine höchste Aufgabe sein, dafür zu sorgen, daß in der neu erweckten Nat.S.D.A.P. [sic!] die Angehörigen beider Konfes­sionen friedlich nebeneinander zu leben vermögen, um im gemeinsamen Kampfe gegen die Macht zu stehen, die der Todfeind jedes wahrhaftigen Christentums ist, gleichgültig welcher Konfession.

Keine Bewegung hat schärfer als unsere alte Partei den Kampf gegen das Zentrum und ihre Anhänger-Gruppen geführt, allein nicht aus Erwägungen religiöser Art, son­dern ausschließlich aus Gründen politischer Erkenntnisse. Und so darf auch heute der Kampf gegen das Zentrum nicht geführt werden deshalb, weil es vorgibt, “christlich” oder gar “katholisch” zu sein, sondern ausschließlich deshalb, weil eine Partei, die sich mit dem atheistischen Marxismus verbündet zur Bedrückung des eigenen Volkes, weder christlich noch katholisch ist.

Nicht aus religiösen Gründen sagen wir dem Zentrum den Kampf an, sondern aus­ schließlich aus national-politischen.

Die Geschichte wird ihr Urteil abgeben darüber, wem einst der Erfolg beschieden sein wird: den Kulturkämpfern oder uns.

Im übrigen verlange ich von den Anhängern der Bewegung, daß sie ab jetzt ihre ge­samte Kampfkraft nach außen einstellen und nicht im gegenseitigen Bruderkampf sich schwächen.

Die beste Leitung einer Ortsgruppe ist nicht diejenige, die andere nationale Ver­bände “vereinigt” oder der Bewegung “zuführt”, sondern diejenige, die antinationale Menschen dem deutschen Volkstum wiedergibt.

Der Erfolg unserer Bewegung soll nicht gemessen werden an errungenen Reichs­ oder Landtagsmandaten, sondern an dem Grade der Vernichtung des Marxismus und der verbreiteten Aufklärung über seine Urheber, die Juden. Wer sich bei diesem Kampfe uns anschließen will, der mag es tun, wer es nicht will, bleibe fern.

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Quellenangaben

Quellenangaben
1 Hitler, Adolf: Zum Wiedererstehen unserer Bewegung!, 1925, in: Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.), Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. Saur Verlag GmbH & Co. KG 1992, S. 1-4.

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