Anordnung von Adolf Hitler vom 26.02.1925, Grundsätzliche Richtlinien für die Neuaufstellung der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiter-Partei

Vorgeschichte und Ursachen

Siehe Hitlerputsch.

Siehe Neugründung der NSDAP.

Anordnung von Adolf Hitler vom 26.02.1925, Grundsätzliche Richtlinien für die Neuaufstellung der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiter-Partei

Text der Anordnung:[1]Hitler, Adolf: Grundsätzliche Richtlinien für die Neuaufstellung der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiter-Partei, 1925, in: Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.), Hitler, Adolf. Reden, … Weiterlesen

a) Die neue Partei erkennt in Leitsätzen und Programm die Richtlinien der alten, am 9. November 1923 aufgelösten Nat.-Soz.D.A.-P. [sic!] an.

Der Kampf wird nach den gleichen taktischen Richtlinien geführt.

Die Organisation wird entsprechend den Bedingungen und Vorschriften des Vereins­gesetzes auf Grund der alten Statuten durchgeführt.

Änderungen der Statuten und des Programms können nur durch eine Generalmitglie­derversammlung erfolgen.

b) Die Mitgliedschaft der neuen Partei kann nur durch Neuaufnahme erfolgen.

Aufnahmescheine werden von der Parteileitung hinausgegeben, Mitgliedsbücher ebenfalls von dieser zugestellt.

Eine Übernahme bestehender Verbände in geschlossener Form findet nur dann statt, wenn sich in dem Wirkungsbereich des aufzunehmenden Verbandes keine Zersplitterung in verschiedene Gruppen vorfindet.

Die geschlossene Übernahme solcher Verbände kann nur auf Grund einer ausdrück­lichen Genehmigung des 1. Vorsitzenden der Partei erfolgen. Die Verhandlungen dar­ über sind mit ihm persönlich zu führen. Auch in diesem Falle sind sämtliche Mitglieder neu aufzunehmen, doch kann die Anmeldung derselben durch ihre vorhandenen Orts­gruppenleitungen usw. erfolgen.

In allen sonstigen Fällen findet ein Übertritt einer geschlossenen Organisation nicht statt, sondern nur Mitgliederaufnahme im einzelnen.

”Bedingungen ” beim Eintritt in die neue Bewegung werden in keiner Farm angenommen, weder von Führern noch von Mitgliedern.

Im übrigen wird bei Neuaufnahmen zunächst nach den Richtlinien der alten Statuten verfahren.

Die Leitung der neuen Bewegung wird weniger Wert darauf legen, sofort einen großen Haufen zusammenzubringen, als vielmehr versuchen, die innere Einheit der Be­wegung und ihrer Organisation vom Grunde auf zu sichern.

Wer nicht bereit ist, sich der ordentlich gewählten Leitung unterzuordnen, paßt nicht in den Rahmen der N.S.D.A.P. und mag diese deshalb meiden.

c) Die Mitgliedsbücher werden für die gesamte Bewegung einheitlich ausgegeben.

Jedes Mitglied ist erst der Parteileitung unterstellt, die dann zur Bildung der einzelnen Ortsgruppen aufrufen wird, soferne nicht durch die Übernahme geschlossener Verbände bereits feste organisatorische Formen vorhanden sind.

Der Zusammenschluß zu Landes- oder weiteren Unterverbänden erfolgt organisch. Maßgebend hierfür ist nicht die Wahlkreiseinteilung des Reichstages, sondern Fragen der Zweckmäßigkeit der Propaganda sowie das vorhandene Führermaterial.

Voraussetzung bei der Bildung größerer Unterverbände ist immer: Erst der Führer, dann die Organisation, und nicht umgekehrt.

Es ist grundsätzlich folgendes zu beachten: Die Organisation ist nicht Selbstzweck, sondern ein Mittel zu einem solchen. Sie soll nur den politisch agitatorischen Kampf der Bewegung ermöglichen, der Aufklärungstätigkeit diejenigen organisatorischen Voraus­setzungen schaffen, die unbedingt nötig sind.

Die beste Organisation ist nicht die, die zwischen der Leitung und den einzelnen Mit­ gliedern den größten Mittler-Apparat einschaltet, sondern diejenige, die diese Verbin­dung in kürzester Weise herstellt. Die Organisation hat sich endlich organisch zu ent­wickeln und soll nicht künstlich aufgeblasen werden.

So sehr die Zeit bei der Rettung des Vaterlandes eine Rolle spielt, so wenig bedeuten Jahre beim Ausbau einer Bewegung, deren Kraft dereinst den größten Ereignissen ge­nügen soll.

d) Die Neubildung der S.A. erfolgt nach den Grundlagen, die bis zum Februar 1923 3 maßgebend waren.

Ihre Organisation hat dem Vereinsgesetz zu entsprechen. Bewaffnete Gruppen oder Verbände sind von der Aufnahme in die S.A. ausgeschlossen.

Wer entgegen den Anordnungen der Leitung Waffen trägt oder in Depots aufzubewahren versucht, wird sofort aus der S.A. und Partei ausgeschlossen.

Die Abteilung, die entgegen der Anordnung der Leitung öffentliche Umzüge veran­ staltet oder sich an solchen beteiligt, wird sofort aufgelöst. Die Führer derselben werden aus der S.A. sowie aus der Partei ausgeschlossen .

Die Leitung der Partei muß in jedem solchen Beginnen oder Versuche die Absicht sehen, durch provokatorisches Vorgehen den Behörden die Unterlagen zu einer weiteren Verfolgung der Bewegung in die Hand zu drücken. Sie betrachtet daher jeden derartigen Anstifter als bewußten, vielleicht sogar dafür bezahlten Provokateur und Spitzel, den sie deshalb auch rücksichtslos zur Anzeige bringen wird.

Der Zweck der neuen S.A. ist wie einst vor dem Februar 1923:

Stählung des Körpers unserer Jugend, Erziehung zur Disziplin und Hingabe an das gemeinsame große Ideal, Ausbildung im Ordner- und Aufklärungsdienst der Bewegung.

e) Der politische und agitatorische Kampf der neuen Bewegung wird entsprechend den Grundsätzen der alten Bewegung auch in Zukunft einheitlich geführt. Bestimmend hierfür sind das Programm der Bewegung sowie die von der Leitung herausgegebenen näheren Richtlinien.

Jede Zersplitterung im Kampfe ist zu vermeiden.

Die gesamte Kraft der Bewegung ist auf den furchtbarsten Feind des deutschen Vol­kes anzusetzen:

Judentum und Marxismus

sowie die damit verbundenen oder diese unterstützenden Parteien, Zentrum und Demokratie.

Religiöse sowie Stammesstreitigkeiten werden in der Bewegung nicht geduldet.

München, den 26. Februar 1925

Adolf Hitler

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Quellenangaben

Quellenangaben
1 Hitler, Adolf: Grundsätzliche Richtlinien für die Neuaufstellung der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiter-Partei, 1925, in: Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.), Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. Saur Verlag GmbH & Co. KG 1992, S. 7-9.

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