Beleidigungsprozeß Adolf Hitlers gegen Otto Pittinger

Vorgeschichte & Ursachen

Otto Pittinger, “Führer des Bundes Bayern und Reich, einer auf die Re­stauration des Wittelsbacher Königshauses abzielenden Heimatschutz-Bewegung,” hatte am 26.03.1924 behauptet, “der britische Ar­beiterführer Edmund D. Morel habe im Oktober 1923 Generalstaatskommissar Gustav von Kahr mitgeteilt, daß die NSDAP ohne Wissen Hitlers finanzielle Unterstützung aus Frankreich erhalte.”[1]Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.): Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. Saur Verlag GmbH & Co. KG 1992, S. 10.

Beleidigungsprozeß Adolf Hitlers gegen Otto Pittinger

Adolf Hitler sprach am 27.02.1925 vor dem Amtsgericht München, seine Aussprachen wurden teilweise im Völkischen Kurier vom 28.02.1925 und 03.03.1925 direkt wiedergegeben oder zusammengefasst.[2]Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.): Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. Saur Verlag GmbH & Co. KG 1992, S. 10. “Den Vorsitz führte Amtsrichter Hans Knörr. Pittinger, der persönlich nicht anwesend war, ließ sich durch Rechtsanwalt Dr. Josef Warmuth vertreten; Hitler erschien in Begleitung von Rechtsanwalt Lorenz Roder.”[3]Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.): Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. Saur Verlag GmbH & Co. KG 1992, S. 10.

Teil des Schlusswortes Hitlers, wiedergegeben im Völkischen Kurier vom 03.03.1925:[4]Hitler, Adolf: Rede vor dem Amtsgericht München, 1925, in: Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.), Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. … Weiterlesen

Ich bin beleidigt worden, die ganze öffentliche Meinung zeigt auf mich mit dem Finger und sagt, Hitler ist von französischem Geld bestochen! Es muß darauf gesehen werden, daß diese Her­ren sich in Zukunft peinlich in acht nehmen, derartige Dinge auszustreuen. Ich bitte für Pittinger um die niedrigste Strafe, die möglich ist, aber um die Feststellung, daß die Be­hauptung nicht richtig ist.

Danach folgte das “Plädoyer von Rechtsanwalt Warmuth auf Freispruch seines Mandanten. Das Gericht sprach Pittinger mit der Begründung frei, er habe lediglich der Hitler-Bewegung, nicht aber Hitler selbst einen Vorwurf machen wollen. Weiterhin hieß es in der Urteilsbegründung: ‘Die Loyalität gebietet, ausdrück­lich festzustellen, daß die Freisprechung Pittingers nicht erfolgte, weil ein Beweis dafür erbracht worden wäre, daß Herr Hitler oder seine Bewegung von französischem Auslandskapital unterstützt worden wäre, sondern die Freisprechung mußte sich auf den formellen Grund stützen, daß der Kläger nicht als klageberechtigt angesehen werden kann.'”[5]Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.): Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. Saur Verlag GmbH & Co. KG 1992, S. 14.

Folgen

“Gegen das Urteil legte Hitler erfolglos Revision beim Oberlandesgericht München ein.”[6]Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.): Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. Saur Verlag GmbH & Co. KG 1992, S. 14.

Quellenangaben

Quellenangaben
1, 2, 3 Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.): Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. Saur Verlag GmbH & Co. KG 1992, S. 10.
4 Hitler, Adolf: Rede vor dem Amtsgericht München, 1925, in: Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.), Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. Saur Verlag GmbH & Co. KG 1992, S. 14.
5, 6 Institut für Zeitgeschichte (Hrsg.): Hitler, Adolf. Reden, Schriften, Anordnungen, Bd. 1, München; New York; London; Paris; Saur: K. G. Saur Verlag GmbH & Co. KG 1992, S. 14.

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